
Prophylaxe: Häufig gestellte Fragen
- Welche besonderen Zahn-Tipps sollte man bei der Ernährung beherzigen?
- Wenn saure Getränke schädlich für den Zahnschmelz sind, muss ich dann komplett darauf verzichten?
- Ab wann soll ich meinem Kind die Zähne putzen?
- Das heißt, Kinder sollen sich so früh wie möglich alleine die Zähne putzen?
- Wenn die Zähne so gut geputzt werden, wann sollte ich dann zum Zahnarzt gehen?
- Wie kann ich denn meinem Kind die Angst vor dem Zahnarztbesuch nehmen?
- Aber vorbereiten sollte ich mein Kind doch schon auf den Zahnarztbesuch, oder?
- Soll ich mein Kind einfach mal zu meiner nächsten Behandlung mitnehmen?
- Kann mein Kind zu jedem Zahnarzt gehen, oder sollte es einen speziellen Kinderzahnarzt aufsuchen?
- Warum ist die Behandlung von Mundgeruch ein Fall für den Zahnarzt?
- Warum ist der Besuch einer Mundgeruchsprechstunde für die Betroffenen so wichtig?
- Mit welchen Mitteln beseitigen Sie denn bestehenden Mundgeruch?
- Ist eine besondere Ernährung erforderlich?
- Können auch Diabetiker mit Zahnimplantaten versorgt werden?
- Schadet rauchen den Implantaten?
- Sind mehrere Implantate günstiger?
- Wie viele Implantate braucht man für die Fixierung einer Prothese?
- Wie lange muss das Implantat einheilen, bevor die neuen Zähne fixiert werden können?
- Braucht man für jeden verlorenen Zahn ein Implantat?
Frage:Welche besonderen Zahn-Tipps sollte man bei der Ernährung beherzigen?
Antwort: Vermeiden Sie allzu häufige Naschereien zwischendurch. Der regelmäßige Genuss von Zucker, und die damit verbundene lange Einwirkzeit, liefert den Bakterien immer wieder neue Nahrung. Reinigen Sie Zähne und Zunge regelmäßig und vergessen Sie die Zahnzwischenräume nicht. Auch der Verdünnungseffekt durch häufigeres Trinken von Mineralwasser hilft Schäden zu vermeiden, ebenso die Anwendung von flouridhaltigen Lebensmittel und Zahnpasten.
Frage:Wenn saure Getränke schädlich für den Zahnschmelz sind, muss ich dann komplett darauf verzichten?
Antwort:Wenn Sie stark säurehaltige Getränke getrunken haben, trinken Sie klares Wasser hinterher und spülen Sie Ihre Zähne. Mit dem Putzen sollten Sie mindestens eine halbe Stunde warten, um den durch die Säure angelösten Zahnschmelz nicht mit wegzuputzen. Zu empfehlen sind auch die reinen Xylitol-Kaugummis, die über 30 Minuten den Säureangriff mittels des körpereigenen Speichels neutralisieren.
Frage:Ab wann soll ich meinem Kind die Zähne putzen?
Antwort:Die häusliche Zahnpflege soll für Kinder mit dem Durchbrechen des ersten Zahnes in die Mundhöhle beginnen. Die Eltern sollten mit einer weichen, speziell für diese Altersgruppe angebotenen Zahnbürste vorsichtig schon die allerersten Zähne ein- bis zweimal am Tag reinigen. Wenn die Kinder älter werden, sollte man zusätzlich Kinderzahnpasten verwenden.
Wichtig ist, die Kinder so früh wie möglich in das Zähneputzen aktiv mit einzubeziehen. Auch wenn sie nur selbst die Zahnbürste in der Hand halten und wenig enthusiastisch auf ihrer Bürste herum beißen, ist das wichtig. Die Kinder lernen so, dass Zähneputzen ein Teil der täglichen Routine ist, der wichtig ist. Dies kann aber zusammen mit den Eltern ein lustiges Gemeinschaftserlebnis sein.
Frage: Das heißt, Kinder sollen sich so früh wie möglich alleine die Zähne putzen?
Antwort:Ja, aber auch nein!
Die Einbindung der Kinder und das Anhalten zu einer eigenständigen Mundhygiene ist uns sehr wichtig. Genau so wichtig ist für uns aber auch die gründliche Reinigung der Zahnflächen - und da dauert es eine ganze Zeit, bis Kinder das wirklich können. Schauen Sie sich an, wie lange Kinder brauchen, um einen Stift richtig halten zu können und dann gezielt Formen zu malen oder gar zu schreiben. Zähneputzen ist von der Bewegung her deutlich anspruchsvoller.
Deshalb sollten die Kinder möglichst früh selbst ihre Zähne putzen, Mama oder Papa müssen aber bis weit ins Schulalter unterstützen, besonders durch regelmäßiges Nachputzen.
Frage:Wenn die Zähne so gut geputzt werden, wann sollte ich dann zum Zahnarzt gehen?
Antwort:Auch hier gilt: so früh wie möglich. Der Besuch beim Zahnarzt hat für uns zwei Hauptfunktionen. Zum einen wollen wir durch die zahnärztliche Untersuchung natürlich eventuelle Erkrankungen der Zähne früh erkennen und ggf. therapieren. Dabei wollen wir und den Eltern eine Rückmeldung und vielleicht noch praktische Tipps für ihre Pflegebemühungen geben.
Zum anderen sollen die Kinder aber auch erfahren, wie selbstverständlich und unkompliziert Untersuchungen in der Praxis ablaufen und dass es vollkommen normal ist, dass ein Zahnarzt sich immer mal wieder die Zähne anschaut.
Wenn den Eltern beim Zähneputzen etwas Besonderes auffällt, wie etwa dunkle Flecken auf den Zähnen, die sich nicht wegputzen lassen oder die Stellung der Zähne problematisch erscheint, sollten sie auf jeden Fall einen Termin in der Zahnarztpraxis machen.
Frage:Wie kann ich denn meinem Kind die Angst vor dem Zahnarztbesuch nehmen?
Antwort:Grundsätzlich haben Kinder gar keine Angst vorm Zahnarzt. Wieso auch? Die berühmten "schlechten Erfahrungen" hat noch keiner von ihnen gemacht. Zum Zahnarzt zu gehen ist etwas Neues, Unbekanntes, aber das passiert Kindern ja sehr häufig, dass sie Neues erleben. Nach unseren Erfahrungen sind Kinder deshalb auch viel mehr neugierig gespannt. Vorsichtig sollten Eltern sicherlich sein, darauf zu achten, dass sie ihre eigenen eventuellen Angstgefühle nicht auf die Kinder zu projizieren. Vielmehr können häufig auch die Eltern den ersten Besuch ihrer Kinder beim Zahnarzt als Neustart begreifen. Viele sind überrascht, wie viel Interessantes es beim Zahnarzt geben kann und wie stressfrei dann eine Kontrolluntersuchung ablaufen kann.
Frage:Aber vorbereiten sollte ich mein Kind doch schon auf den Zahnarztbesuch, oder?
Antwort:Natürlich sollte man die Kinder informieren und mit ihnen besprechen, was ein Zahnarzt tut und was sie beim Besuch erwartet. Hier bieten sich neben Gesprächen auch Kinderbücher an, die das Thema sehr einfühlsam und informativ aufgreifen und kindgerecht verarbeiten.
Frage:Soll ich mein Kind einfach mal zu meiner nächsten Behandlung mitnehmen?
Antwort:Es ist sicherlich sinnvoll, die Kinder zur nächsten anstehenden Kontrolluntersuchung mitzunehmen, damit sie sehen können, wie der Zahnarzt sich Mamas oder Papas Zähne anschaut und wie entspannt die Eltern damit umgehen. Die Eltern sind in allen Bereichen des Lebens die Vorbilder ihrer Kinder, von denen gerne und eifrig gelernt wird.
Einfach so mitnehmen sollten Sie ihr Kind allerdings nicht, informieren Sie Ihre Zahnarztpraxis doch bitte vorher darüber, dass ihr Kind mitkommt. Das macht für alle Seiten die Vorbereitung und die Behandlung selbst entspannter.
Auch sollten Sie Ihr Kind bitte nur zu einer Kontrolluntersuchung mitnehmen und nicht zu einer geplanten aufwändigen Therapie oder einer Schmerzbehandlung. Hier kann dem Kind zum einen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden, zum anderen wird den Kindern nach einiger Zeit langweilig.
Frage:Kann mein Kind zu jedem Zahnarzt gehen, oder sollte es einen speziellen Kinderzahnarzt aufsuchen?
Antwort:Natürlich gibt es auch auf diesem Gebiet Spezialisten, die mit viel Erfahrung und speziellen Kenntnissen intensiv auf die Kinder eingehen können. Bei einigen Kindern ist es auch sicherlich sehr zu empfehlen, einen spezialisierten Kollegen aufzusuchen. Generell können allerdings alle Zahnärzte Kinder behandeln und viele tun es auch sehr gerne. Am besten erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem Zahnarzt und bitten ihn um eine Empfehlung.
Frage:Warum ist die Behandlung von Mundgeruch ein Fall für den Zahnarzt?
Antwort:Weil krankmachende Bakterien im Mund-Rachen-Raum in 90 % aller Fälle die Auslöser sind. Viele Patienten glauben, dass die Ursache für Mundgeruch im Magen-Darm-Trakt zu finden ist und versuchen zum Beispiel durch eine Ernährungsumstellung das Problem in den Griff zu bekommen, meist vergebens. Auch der Einsatz bekannter Hausmittel wie Teebaumöl, Spülen mit Kamillentee oder ähnliches bekämpft vielleicht die Symptome, aber nicht die Ursachen. Lutschpastillen, und Sprays werden von der Industrie angeboten, um mit "frischem Atem" Umsätze zu erwirtschaften - aber auch hier werden die Ursachen nicht beseitigt.
Frage:Warum ist der Besuch einer Mundgeruchsprechstunde für die Betroffenen so wichtig?
Antwort:Die häufigste Ursache von Mundgeruch ist eine bestehende Parodontitis. Wird diese nicht behandelt droht nicht nur der Verlust von Zähnen. Chronische bakterielle Entzündungen im Mundraum können sich auf den ganzen Körper auswirken und steigern die Risiken für Diabetes und Herzinfarkt. Also geht es uns darum, so schnell wie möglich die Ursachen für den Mundgeruch harauszufinden und zu beseitigen.
Frage:Mit welchen Mitteln beseitigen Sie denn bestehenden Mundgeruch?
Antwort:Zunächst gilt es auch hier mögliche Ursachen herauszufinden. Daher fragen wir die Patienten genau nach ihren Gewohnheiten, insbesondere zum Thema Ernährung und zur häuslichen Mundhygiene. Im Mittelpunkt unseres Behandlungskonzeptes "Fresh" steht die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Praxis, inklusiver einer intensiven Reinigung der Zunge. Das die Zunge der zentrale Tummelplatz für Bakterien ist, wissen längst nicht alle - also auch hier geht es darum Verhaltensänderungen im Alltag und bei der Mundhygiene herbeizuführen.
Frage: Ist eine besondere Ernährung erforderlich?
Antwort: Mit Implantaten kann ein Patient in der Regel wieder fest zubeißen, wieder essen worauf er Lust hat. Vorteil: Er kann sich wieder ausgewogen und abwechslungsreich ernähren.
Frage: Können auch Diabetiker mit Zahnimplantaten versorgt werden?
Antwort: Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit und der Austausch mit dem Hausarzt. Patienten müssen selbstverständlich richtig eingestellt sein.
Frage: Schadet rauchen den Implantaten?
Antwort: Starkes rauchen kann den langfristigen Erfolg einer Implantatlösung gefährden. Besonders während der Einheilung wird rauchen sehr kritisch gesehen.
Frage: Sind mehrere Implantate günstiger?
Antwort: Der Aufwand für Diagnostik und das genutzte Instrumentarium für das Setzen eines oder mehrerer Implantate ist ähnlich. Insofern sind die Kosten für mehrere Implantate günstiger als die Summe entsprechender Einzeleingriffe.
Frage: Wie viele Implantate braucht man für die Fixierung einer Prothese?
Antwort: In den meisten Fällen werden vier 4 Implantate beim zahnlosen Kiefer gesetzt. Diese Anzahl entspricht einer anerkannten Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Zahnheilkunde (DGZMK). Auf einer Lösung mit zwei Implantaten lässt sich eine Prothese auch stabilisieren, eine rein implantatgetragenen Prothese mit höherem Tragekomfort lässt sich jedoch auf vier Implantaten besser realisieren.
Ist eine festsitzende, nicht herausnehmbare Zahnreihe geplant, werden in den meisten Fällen 6 Implantate im Unterkiefer und 8 im Oberkiefer empfohlen. Die genaue Anzahl kann ein Arzt erst nach ausführlicher Diagnose vorschlagen.
Frage: Wie lange muss das Implantat einheilen, bevor die neuen Zähne fixiert werden können?
Antwort: Dies hängt immer von der Situation des Patienten ab. In der Regel kann mit einer Einheilzeit von acht bis zwölf Wochen gerechnet werden. In besonderen Fällen können Implantate früh, also schon während der Einheilung versorgt bzw. belastet werden.
Frage: Braucht man für jeden verlorenen Zahn ein Implantat?
Antwort: Eine prothetische Planung kann auch vorsehen, dass ein Implantat mehrere Zähne trägt. Die Anzahl der Implantate bestimmen Größe der Lücke, Knochenqualität und mögliche Position der Implantate. Das geplante Behandlungskonzept festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz entscheidet ebenfalls über die Zahl der Implantate.
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