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Häufige Fragen zur Prophylaxe

Gesammelt aus allen Themenbereichen des Portals.

Prophylaxe allgemein

Alles, was verhindert, dass Zähne und Zahnfleisch krank werden: die regelmäßige Kontrolle, die professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung und Versiegelung in der Praxis – und die tägliche Mundhygiene zu Hause. Beides zusammen wirkt, eines allein nur wenig.
Zweimal im Jahr ist die übliche Empfehlung. Wer ein erhöhtes Risiko hat – nach einer Parodontitisbehandlung, bei Diabetes, bei trockenem Mund – braucht kürzere Abstände. Den Rhythmus legt die Praxis nach Befund fest, nicht nach Kalender.
Eine kurze Bestandsaufnahme zu Beginn: Wo sitzen Beläge, wo blutet das Zahnfleisch, wie tief sind die Zahnfleischtaschen? Daraus ergibt sich, was zu tun ist – und woran sich beim nächsten Mal messen lässt, ob es gewirkt hat.
Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren ja: Untersuchung, Anleitung, Fluoridierung und die Versiegelung der bleibenden Backenzähne. Bei Erwachsenen ist die professionelle Zahnreinigung in der Regel eine Privatleistung; manche Kassen geben einen Zuschuss.

Professionelle Zahnreinigung

Erst der Befund, dann die Entfernung harter und weicher Beläge – auch knapp unter dem Zahnfleischrand –, danach die Reinigung der Zwischenräume, die Politur und zum Schluss die Fluoridierung. Am Ende steht eine Anleitung, welche Technik zu Ihrem Gebiss passt.
Eine Stunde ist die Regel, bei viel Belag oder tiefen Taschen auch länger. Wer nach zwanzig Minuten wieder draußen steht, hat keine vollständige Reinigung bekommen.
In der Regel nicht. Unangenehm werden kann die Arbeit an freiliegenden Zahnhälsen und in tiefen Taschen; dort lässt sich örtlich betäuben. Sagen Sie es vorher, nicht hinterher.
Der Preis richtet sich nach dem Aufwand: Zahl der Zähne, Menge der Beläge, Zustand des Zahnfleischs und die aufgewendete Zeit. Lassen Sie sich den Betrag vorher nennen – er gehört zu einer seriösen Behandlung dazu.
Nein. Die verwendeten Instrumente und Pulver sind auf die Härte des Schmelzes abgestimmt. Wer dagegen zu Hause mit stark scheuernder Zahnpasta und viel Druck putzt, trägt mehr ab als jede Reinigung in der Praxis.

Mundhygiene zu Hause

Zweimal täglich, jeweils etwa zwei Minuten, mit einer systematischen Reihenfolge, damit keine Fläche ausgelassen wird. Entscheidend ist nicht der Druck, sondern die Gründlichkeit.
Beides funktioniert, wenn die Technik stimmt. Elektrische Bürsten nehmen einen Teil der Arbeit ab und helfen besonders dort, wo die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Die beste Bürste ist die, die tatsächlich benutzt wird.
Wo der Zwischenraum es zulässt, ist die Interdentalbürste wirksamer. Zahnseide ist für enge Räume, in die keine Bürste passt. Die richtige Größe bestimmt die Praxis – zu klein reinigt nicht, zu groß verletzt.
Nein. Eine Spülung erreicht die Oberfläche des Bakterienrasens, nicht seinen Kern. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
Auf dem hinteren Zungenrücken sitzt ein großer Teil der Bakterien im Mund. Wer sie dort täglich entfernt, senkt die Keimzahl spürbar – und beugt Mundgeruch vor.

Ernährung

Vermeiden Sie allzu häufige Naschereien zwischendurch. Der regelmäßige Genuss von Zucker, und die damit verbundene lange Einwirkzeit, liefert den Bakterien immer wieder neue Nahrung. Reinigen Sie Zähne und Zunge regelmäßig und vergessen Sie die Zahnzwischenräume nicht. Auch der Verdünnungseffekt durch häufigeres Trinken von Mineralwasser hilft Schäden zu vermeiden, ebenso die Anwendung von flouridhaltigen Lebensmittel und Zahnpasten.
Wenn Sie stark säurehaltige Getränke getrunken haben, trinken Sie klares Wasser hinterher und spülen Sie Ihre Zähne. Mit dem Putzen sollten Sie mindestens eine halbe Stunde warten, um den durch die Säure angelösten Zahnschmelz nicht mit wegzuputzen. Zu empfehlen sind auch die reinen Xylitol-Kaugummis, die über 30 Minuten den Säureangriff mittels des körpereigenen Speichels neutralisieren.
Entscheidend ist nicht die Menge auf einmal, sondern wie oft. Jedes Mal, wenn Zucker in den Mund kommt, sinkt der pH-Wert für etwa eine halbe Stunde in den kritischen Bereich. Zehn kleine Naschereien sind deshalb schädlicher als ein Stück Kuchen.

Kinderzähne

Die häusliche Zahnpflege soll für Kinder mit dem Durchbrechen des ersten Zahnes in die Mundhöhle beginnen. Die Eltern sollten mit einer weichen, speziell für diese Altersgruppe angebotenen Zahnbürste vorsichtig schon die allerersten Zähne ein- bis zweimal am Tag reinigen. Wenn die Kinder älter werden, sollte man zusätzlich Kinderzahnpasten verwenden. Wichtig ist, die Kinder so früh wie möglich in das Zähneputzen aktiv mit einzubeziehen. Auch wenn sie nur selbst die Zahnbürste in der Hand halten und wenig enthusiastisch auf ihrer Bürste herum beißen, ist das wichtig. Die Kinder lernen so, dass Zähneputzen ein Teil der täglichen Routine ist, der wichtig ist. Dies kann aber zusammen mit den Eltern ein lustiges Gemeinschaftserlebnis sein.
Ja, aber auch nein! Die Einbindung der Kinder und das Anhalten zu einer eigenständigen Mundhygiene ist uns sehr wichtig. Genau so wichtig ist für uns aber auch die gründliche Reinigung der Zahnflächen - und da dauert es eine ganze Zeit, bis Kinder das wirklich können. Schauen Sie sich an, wie lange Kinder brauchen, um einen Stift richtig halten zu können und dann gezielt Formen zu malen oder gar zu schreiben. Zähneputzen ist von der Bewegung her deutlich anspruchsvoller. Deshalb sollten die Kinder möglichst früh selbst ihre Zähne putzen, Mama oder Papa müssen aber bis weit ins Schulalter unterstützen, besonders durch regelmäßiges Nachputzen.
Auch hier gilt: so früh wie möglich. Der Besuch beim Zahnarzt hat für uns zwei Hauptfunktionen. Zum einen wollen wir durch die zahnärztliche Untersuchung natürlich eventuelle Erkrankungen der Zähne früh erkennen und ggf. therapieren. Dabei wollen wir und den Eltern eine Rückmeldung und vielleicht noch praktische Tipps für ihre Pflegebemühungen geben. Zum anderen sollen die Kinder aber auch erfahren, wie selbstverständlich und unkompliziert Untersuchungen in der Praxis ablaufen und dass es vollkommen normal ist, dass ein Zahnarzt sich immer mal wieder die Zähne anschaut. Wenn den Eltern beim Zähneputzen etwas Besonderes auffällt, wie etwa dunkle Flecken auf den Zähnen, die sich nicht wegputzen lassen oder die Stellung der Zähne problematisch erscheint, sollten sie auf jeden Fall einen Termin in der Zahnarztpraxis machen.
Grundsätzlich haben Kinder gar keine Angst vorm Zahnarzt. Wieso auch? Die berühmten "schlechten Erfahrungen" hat noch keiner von ihnen gemacht. Zum Zahnarzt zu gehen ist etwas Neues, Unbekanntes, aber das passiert Kindern ja sehr häufig, dass sie Neues erleben. Nach unseren Erfahrungen sind Kinder deshalb auch viel mehr neugierig gespannt. Vorsichtig sollten Eltern sicherlich sein, darauf zu achten, dass sie ihre eigenen eventuellen Angstgefühle nicht auf die Kinder zu projizieren. Vielmehr können häufig auch die Eltern den ersten Besuch ihrer Kinder beim Zahnarzt als Neustart begreifen. Viele sind überrascht, wie viel Interessantes es beim Zahnarzt geben kann und wie stressfrei dann eine Kontrolluntersuchung ablaufen kann.
Natürlich sollte man die Kinder informieren und mit ihnen besprechen, was ein Zahnarzt tut und was sie beim Besuch erwartet. Hier bieten sich neben Gesprächen auch Kinderbücher an, die das Thema sehr einfühlsam und informativ aufgreifen und kindgerecht verarbeiten.
Es ist sicherlich sinnvoll, die Kinder zur nächsten anstehenden Kontrolluntersuchung mitzunehmen, damit sie sehen können, wie der Zahnarzt sich Mamas oder Papas Zähne anschaut und wie entspannt die Eltern damit umgehen. Die Eltern sind in allen Bereichen des Lebens die Vorbilder ihrer Kinder, von denen gerne und eifrig gelernt wird. Einfach so mitnehmen sollten Sie ihr Kind allerdings nicht, informieren Sie Ihre Zahnarztpraxis doch bitte vorher darüber, dass ihr Kind mitkommt. Das macht für alle Seiten die Vorbereitung und die Behandlung selbst entspannter. Auch sollten Sie Ihr Kind bitte nur zu einer Kontrolluntersuchung mitnehmen und nicht zu einer geplanten aufwändigen Therapie oder einer Schmerzbehandlung. Hier kann dem Kind zum einen nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden, zum anderen wird den Kindern nach einiger Zeit langweilig.
Natürlich gibt es auch auf diesem Gebiet Spezialisten, die mit viel Erfahrung und speziellen Kenntnissen intensiv auf die Kinder eingehen können. Bei einigen Kindern ist es auch sicherlich sehr zu empfehlen, einen spezialisierten Kollegen aufzusuchen. Generell können allerdings alle Zahnärzte Kinder behandeln und viele tun es auch sehr gerne. Am besten erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem Zahnarzt und bitten ihn um eine Empfehlung.

Mundgeruch

Weil krankmachende Bakterien im Mund-Rachen-Raum in 90 % aller Fälle die Auslöser sind. Viele Patienten glauben, dass die Ursache für Mundgeruch im Magen-Darm-Trakt zu finden ist und versuchen zum Beispiel durch eine Ernährungsumstellung das Problem in den Griff zu bekommen, meist vergebens. Auch der Einsatz bekannter Hausmittel wie Teebaumöl, Spülen mit Kamillentee oder ähnliches bekämpft vielleicht die Symptome, aber nicht die Ursachen. Lutschpastillen, und Sprays werden von der Industrie angeboten, um mit "frischem Atem" Umsätze zu erwirtschaften - aber auch hier werden die Ursachen nicht beseitigt.
Die häufigste Ursache von Mundgeruch ist eine bestehende Parodontitis. Wird diese nicht behandelt droht nicht nur der Verlust von Zähnen. Chronische bakterielle Entzündungen im Mundraum können sich auf den ganzen Körper auswirken und steigern die Risiken für Diabetes und Herzinfarkt. Also geht es uns darum, so schnell wie möglich die Ursachen für den Mundgeruch harauszufinden und zu beseitigen.
Zunächst gilt es auch hier mögliche Ursachen herauszufinden. Daher fragen wir die Patienten genau nach ihren Gewohnheiten, insbesondere zum Thema Ernährung und zur häuslichen Mundhygiene. Im Mittelpunkt unseres Behandlungskonzeptes "Fresh" steht die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Praxis, inklusiver einer intensiven Reinigung der Zunge. Das die Zunge der zentrale Tummelplatz für Bakterien ist, wissen längst nicht alle - also auch hier geht es darum Verhaltensänderungen im Alltag und bei der Mundhygiene herbeizuführen.

Zahnfleisch und Parodontitis

Im Gegenteil. Blutendes Zahnfleisch ist nicht empfindlich, sondern entzündet. Wer dort weniger putzt, macht es schlimmer. Bleibt die Blutung länger als zwei Wochen bestehen, gehört sie in die Praxis.
Oft gar nicht – sie tut lange nicht weh. Anzeichen sind blutendes Zahnfleisch, Mundgeruch, länger wirkende Zähne und später Lockerung. Gemessen wird sie mit einer Sonde, nicht am Gefühl.
Sie lässt sich zum Stillstand bringen, aber der verlorene Knochen kommt nicht zurück. Deshalb zählt die Nachsorge: In festen Abständen wird gereinigt und gemessen, oft lebenslang.