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Zähne putzen mit Kindern

Bis ins Grundschulalter putzen die Eltern nach — das ist keine Bevormundung.

Zähneputzen bei kleinen Kindern ist ein Alltagskonflikt, den fast alle Familien kennen. Zwei Dinge helfen mehr als jede Überredungskunst: eine feste Stelle im Tagesablauf und die Klarheit, dass es nicht verhandelt wird — so wie das Anschnallen im Auto.

Ab wann und wie oft

Ab dem ersten Zahn, zweimal täglich. Bis zum ersten Geburtstag genügt einmal täglich, danach morgens und abends. Der Abendtermin ist der wichtigere.

Die Zahnpastamenge

  • Erster Zahn bis 12 Monate: eine reiskorngroße Menge einer Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid, einmal täglich.
  • 12 Monate bis 2 Jahre: dieselbe Menge, zweimal täglich.
  • 2 bis 6 Jahre: eine erbsengroße Menge mit 1.000 ppm, zweimal täglich.
  • Ab 6 Jahren: Erwachsenenzahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm.

Die Mengenangabe ist kein Detail. Kleine Kinder schlucken einen Teil der Zahnpasta; entscheidend für die Verträglichkeit ist die Gesamtmenge an Fluorid, die über den Tag aufgenommen wird. Deshalb: die Tube außerhalb der Reichweite aufbewahren und die Zahnpasta selbst aufbringen.

Ob ein Kind zusätzlich Fluoridtabletten bekommt, ist eine Frage, die mit der Kinderärztin oder der Zahnärztin geklärt wird — Zahnpasta und Tabletten werden nicht einfach kombiniert.

Die Technik: KAI

Kinder brauchen eine Reihenfolge, die sie sich merken können. Bewährt hat sich KAI:

  1. Kauflächen — hin und her schrubben, die einfachste Bewegung, deshalb zuerst.
  2. Außenflächen — bei zusammengebissenen Zähnen in großen Kreisen.
  3. Innenflächen — bei geöffnetem Mund auswischen, vom Zahnfleisch zum Zahn.

Die feinere Technik für Erwachsene kommt später. Was ein Kind im Grundschulalter braucht, ist Vollständigkeit, nicht Eleganz.

Nachputzen — und zwar länger, als man denkt

Kinder können ihre Zähne nicht allein sauber putzen, bevor sie flüssig schreiben können. Die dafür nötige Feinmotorik entwickelt sich etwa im Grundschulalter; bis dahin putzen Eltern nach. Und auch danach lohnt sich die gelegentliche Kontrolle, besonders abends.

Praktisch funktioniert das am besten so: Das Kind putzt zuerst selbst — das ist der Teil, der Selbstständigkeit übt. Danach putzen die Eltern nach, mit dem Kopf des Kindes angelehnt, von hinten oder von der Seite, mit freier Sicht. Am schwierigsten sind die Innenflächen der unteren Backenzähne und die hintersten Zähne; genau dort entsteht die meiste Karies.

Zwischenräume werden dann wichtig, wenn die Zähne sich berühren — bei Milchzähnen oft erst im Backenzahnbereich. Dann gehört Zahnseide dazu, anfangs von den Eltern geführt.

Wenn es nicht gelingt

  • Feste Reihenfolge, feste Zeit, feste Stelle. Rituale ersparen die tägliche Diskussion.
  • Eine Sanduhr oder ein Lied gibt dem Kind eine Vorstellung von der Dauer.
  • Gemeinsam putzen — Kinder ahmen nach.
  • Zähne putzen im Liegen ist für das Nachputzen oft einfacher als im Stehen vor dem Spiegel.
  • Eine elektrische Kinderzahnbürste kann helfen, sobald die Bereitschaft da ist.
  • Den Kampf nicht ausdehnen. Kurz, gründlich, fertig — täglich ist wichtiger als perfekt.

Die Zahnbürste

Kleiner Kopf, weiche Borsten, dicker Griff, der in eine Kinderhand passt. Gewechselt wird alle acht bis zwölf Wochen, früher bei verbogenen Borsten — bei Kindern ist das oft deutlich schneller, weil sie auf der Bürste kauen.