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Prophylaxe bei Implantaten und Zahnersatz

Was ersetzt wurde, bekommt keine Karies — aber es kann verloren gehen.

Wer Zahnersatz hat, gehört nicht zu den Patienten, die weniger Vorsorge brauchen, sondern zu denen, die mehr brauchen. Der Grund ist einfach: Jeder Übergang zwischen Zahn und Material ist eine Stelle, an der Belag Halt findet, und jedes Implantat sitzt in einem Gewebe, das anders gebaut ist als das um einen natürlichen Zahn.

Warum ein Implantat anfälliger ist, als es aussieht

Ein natürlicher Zahn ist über Fasern federnd im Knochen verankert. Diese Fasern verlaufen quer und bilden eine Barriere gegen Bakterien, die von oben kommen. Ein Implantat hat sie nicht — es ist direkt mit dem Knochen verbunden, und die Fasern des umgebenden Zahnfleischs verlaufen längs. Dringen Bakterien ein, finden sie weniger Widerstand, und der Abbau kann schneller verlaufen als am natürlichen Zahn.

Dazu kommt: Ein Implantat kann keine Karies bekommen, aber es kann sich lockern und verloren gehen. Die Ursache ist fast immer dieselbe — eine Entzündung des umgebenden Gewebes.

Zwei Stufen

  • Periimplantäre Mukositis: Das Zahnfleisch um das Implantat ist entzündet, blutet auf Berührung, der Knochen ist unverändert. Reversibel, wenn sie erkannt und behandelt wird.
  • Periimplantitis: Der Knochen um das Implantat baut ab. Nicht reversibel — der verlorene Knochen kommt nicht zurück. Behandelbar, aber aufwendig, und nicht immer erfolgreich.

Der Weg von der ersten zur zweiten Stufe ist der Grund, warum die Nachsorge bei Implantaten nicht optional ist. Wer seine Implantate regelmäßig kontrollieren lässt, wird bei der Mukositis erwischt. Wer nicht kommt, bei der Periimplantitis.

Was bei der Nachsorge anders ist

An Implantaten wird mit anderen Werkzeugen gearbeitet als an natürlichen Zähnen. Metallische Handinstrumente und grobes Strahlpulver können die Oberfläche aufrauen, und eine aufgeraute Oberfläche lässt sich schlechter sauber halten. Verwendet werden deshalb Instrumente aus Kunststoff, Titan oder Keramik und feine Pulver wie Glycin oder Erythritol.

Außerdem wird gemessen: Blutung, Taschentiefe und in festgelegten Abständen eine Röntgenkontrolle des Knochenniveaus. Ohne Vergleichswert vom Anfang ist später schwer zu beurteilen, ob sich etwas verändert hat — die Aufnahme nach dem Einsetzen ist deshalb mehr als Dokumentation.

Als Abstand haben sich drei bis sechs Monate etabliert, abhängig vom Befund, von der Mundhygiene und davon, ob geraucht wird. Rauchen ist bei Implantaten ein besonders ungünstiger Faktor.

Kronen, Brücken und Teilprothesen

Auch festsitzender Zahnersatz hat Ränder, und diese Ränder liegen oft genau am Zahnfleisch. Drei Stellen sind besonders wichtig:

  • Der Kronenrand. Unter einer Krone kann der darunterliegende Zahn Karies bekommen — häufig ohne Beschwerden, weil der Nerv unter einer Krone weniger meldet.
  • Unter einer Brücke. Zwischen Brückenglied und Zahnfleisch bleibt ein Spalt, der mit einer Bürste nicht erreichbar ist. Dafür gibt es Zahnseide mit versteiftem Ende, die von der Seite eingeführt wird, oder Spezialbürsten.
  • Die Halteelemente einer Teilprothese. Klammern liegen am Zahn an und sammeln dort Belag. Die Klammerzähne sind die Zähne, die statistisch am häufigsten als Nächste verloren gehen.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Prothesen brauchen zwei Dinge, die oft verwechselt werden: Reinigung und Kontrolle des Sitzes.

Gereinigt wird täglich, mechanisch — mit einer Prothesenbürste und Seife oder einem Spülmittel, nicht mit Zahnpasta. Deren Abrieb ist für den Kunststoff zu hoch und erzeugt mit der Zeit matte, raue Stellen. Reinigungstabletten sind eine Ergänzung, kein Ersatz: Sie lösen Verfärbungen, aber sie bürsten nicht.

Der Sitz verändert sich, weil sich der Kieferknochen unter einer Prothese über Jahre zurückbildet. Eine Prothese, die wackelt oder drückt, gehört nicht in die Schublade und nicht in Haftcreme, sondern in die Praxis — Druckstellen können die Schleimhaut dauerhaft schädigen.

Und der Mund selbst braucht Pflege, auch dort, wo keine Zähne mehr sind: Gaumen, Zunge und Kieferkämme werden mit einer weichen Bürste oder einem feuchten Tuch gereinigt. Nachts sollte die Prothese in der Regel heraus, damit die Schleimhaut sich erholt.