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Der erste Zahnarztbesuch

Früher, als die meisten denken — und ohne Behandlung.

Der beste erste Termin ist einer, bei dem nichts passiert. Das Kind schaut sich um, lernt Geräusche und Gerüche kennen, sitzt vielleicht auf dem Stuhl, bekommt ein Lob und geht wieder. Wer erst mit Schmerzen kommt, verknüpft die Praxis mit genau dem — und diese Verknüpfung hält oft Jahrzehnte.

Wann

Die Empfehlung lautet: um den Durchbruch des ersten Zahns herum, also etwa im sechsten bis achten Lebensmonat, spätestens zum ersten Geburtstag. Danach folgt die Vorsorgereihe mit Terminen, die die Krankenkasse trägt.

Das ist deutlich früher, als viele annehmen. Der Grund ist nicht der Zahn, sondern die Beratung: Ernährung, Flasche, Schnuller, Fluorid und Putztechnik werden dann besprochen, wenn sich die Gewohnheiten noch bilden — nicht, wenn sie schon feststehen.

Wie er abläuft

Bei einem Kleinkind meist auf dem Schoß der Eltern: Knie an Knie mit der Zahnärztin, das Kind liegt mit dem Kopf in deren Richtung. Angeschaut werden die vorhandenen Zähne, die Schleimhaut und die Kieferentwicklung. Besprochen werden Putztechnik, Zahnpastamenge und Ernährung. Ein Fluoridlack kann aufgetragen werden, wenn Zähne da sind.

Bei älteren Kindern wird gezählt, gezeigt, angefärbt und geübt. Die meisten Praxen arbeiten nach dem Prinzip „erzählen, zeigen, machen“: Erst wird erklärt, dann wird das Instrument auf der Hand gezeigt, dann erst im Mund benutzt. Das nimmt einen großen Teil der Unsicherheit.

Was Eltern vorher tun können

  • Den Termin beiläufig ankündigen, nicht als Ereignis aufbauen.
  • Keine Verneinungen benutzen. „Das tut nicht weh“ enthält das Wort, um das es geht. Besser: „Die Zahnärztin zählt deine Zähne.“
  • Nicht mit dem Zahnarzt drohen — nicht beim Naschen, nicht beim Putzen. Wer die Praxis als Strafe einführt, macht die spätere Behandlung schwerer.
  • Keine eigenen schlechten Erfahrungen erzählen. Kinder übernehmen die Haltung der Eltern erstaunlich genau.
  • Keine Belohnung im Voraus versprechen. Sie signalisiert, dass etwas Unangenehmes bevorsteht.
  • Einen Termin am Vormittag wählen, wenn das Kind ausgeruht ist.

Und: Die eigene Anspannung überträgt sich. Wer selbst ungern zum Zahnarzt geht, darf das der Praxis vorher sagen — dann wird der Termin entsprechend geführt.

Wenn schon Angst da ist

Dann ist es keine Frage der Überredung, sondern der Zeit. Mehrere kurze Termine ohne Behandlung, bei denen jedes Mal ein kleiner Schritt gelingt, führen weiter als ein langer, bei dem alles erledigt werden soll. Viele Praxen haben eine Ausrichtung auf Kinder und nehmen sich diese Zeit.

Für Kinder, bei denen eine umfangreiche Behandlung ansteht und die dafür nicht mitarbeiten können, gibt es Lachgas, eine Sedierung oder in seltenen Fällen eine Behandlung in Narkose. Das ist keine Niederlage, sondern in der richtigen Situation die schonendere Lösung — ein Kind, das während einer Behandlung überfordert wird, ist danach häufig jahrelang nicht mehr zu bewegen.