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Womit gereinigt wird

Drei Werkzeuge mit drei Aufgaben — keines ersetzt die anderen.

In der Prophylaxe kommen im Wesentlichen drei Werkzeuge zum Einsatz. Welches wann benutzt wird, richtet sich nach der Art des Belags und der Stelle, an der er sitzt. Eine Praxis, die alle drei beherrscht, ist nicht besser ausgestattet als eine andere — sie hat für jede Aufgabe das passende Instrument.

Handinstrumente

Scaler und Küretten sind feine Handinstrumente mit geschliffener Schneide. Der Scaler arbeitet oberhalb des Zahnfleischrands, die Kürette ist so geformt, dass sie in die Furche darunter geführt werden kann, ohne das Weichgewebe zu verletzen.

Ihr Vorteil ist die Rückmeldung: Wer mit der Hand arbeitet, spürt die Oberfläche und merkt, ob sie glatt geworden ist. Kein Gerät liefert diese Information. Deshalb sind Handinstrumente unter dem Zahnfleischrand nach wie vor das Mittel der Wahl — auch dort, wo vorher Ultraschall gelaufen ist.

Ultraschall

Ein Ultraschallgerät versetzt eine schmale Metallspitze in Schwingungen von rund 25.000 bis 30.000 Hertz. Harte Ablagerungen brechen dadurch ab, ohne dass geschabt werden muss. Ein feiner Wasserstrahl kühlt die Spitze und spült das Gelöste weg.

Ultraschall ist schnell und schont das Handgelenk der Behandlerin — für große Zahnsteinmengen ist er das effizienteste Werkzeug. Grenzen hat er dort, wo Gefühl nötig ist: In tiefen Taschen und an Wurzelkrümmungen arbeitet er ungenauer als eine Kürette.

Träger eines Herzschrittmachers sollten das ansprechen. Moderne Schrittmacher sind gegen elektromagnetische Felder gut abgeschirmt, und moderne Geräte strahlen wenig ab; die Praxis entscheidet im Einzelfall, ob sie stattdessen von Hand arbeitet.

Pulver-Wasserstrahl

Beim Pulver-Wasserstrahl trifft ein Gemisch aus Luft, Wasser und feinem Pulver auf die Zahnoberfläche. Er ist gedacht für weichen Belag und für Verfärbungen — nicht für Zahnstein. Wer ihn auf harte Ablagerungen richtet, verliert Zeit.

Entscheidend ist das Pulver:

  • Natriumbicarbonat ist das klassische, vergleichsweise grobe Pulver. Es entfernt Verfärbungen zuverlässig und gehört auf den Schmelz, nicht auf freiliegende Zahnhälse.
  • Glycin- und Erythritolpulver sind deutlich feiner. Sie sind so schonend, dass sie auch unter dem Zahnfleischrand, auf Wurzeloberflächen und an Implantaten eingesetzt werden dürfen.

Für Implantate ist diese Unterscheidung nicht nebensächlich: Ein grobes Pulver oder ein metallisches Handinstrument kann die Titanoberfläche aufrauen, und eine aufgeraute Oberfläche ist schwerer sauber zu halten als eine glatte. An Implantaten wird deshalb mit feinem Pulver oder mit Instrumenten aus Kunststoff, Titan oder Keramik gearbeitet.

Was „Airflow“ bedeutet

„Airflow“ ist kein Verfahren, sondern der Markenname eines Herstellers für dessen Pulver-Wasserstrahl-Geräte. Der Begriff hat sich als Gattungsbezeichnung eingebürgert, so wie „Tempo“ für Papiertaschentücher. Wenn eine Praxis „Airflow“ anbietet, meint sie eine Pulverstrahlreinigung; welches Gerät und welches Pulver dahintersteht, ist die aussagekräftigere Frage.

Und die Reihenfolge?

In der Regel: erst das Harte, dann das Weiche, dann die Politur. Einige Praxen kehren den Anfang um und strahlen zuerst mit feinem Pulver, weil sich der Zahnstein danach besser sehen lässt. Beides ist fachlich vertretbar. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass die Furche unter dem Zahnfleischrand nicht ausgelassen wird — dort entscheidet sich, ob die Reinigung dem Zahnfleisch nützt oder nur die Zähne glänzen lässt.