Wie eine Zahnreinigung abläuft
Sechs Schritte, meist zwischen 45 und 60 Minuten.
Eine professionelle Zahnreinigung folgt fast überall derselben Reihenfolge. Sie beginnt nicht mit dem Gerät, sondern mit dem Befund — was gereinigt wird, entscheidet sich danach.
1. Befund und Anfärben
Zuerst schaut die Fachkraft nach, wo Belag liegt und wie das Zahnfleisch aussieht. Häufig wird der Belag mit einer Färbelösung sichtbar gemacht. Das ist weniger ein Kontrollritual als eine Landkarte: Es zeigt Ihnen und der Praxis, welche Stellen beim täglichen Putzen regelmäßig ausgelassen werden. Meist sind es dieselben drei oder vier.
Dazu wird der Zustand des Zahnfleischs erhoben — ob es auf leichte Berührung blutet und wie tief die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch ist.
2. Harte Beläge entfernen
Zahnstein wird mit Ultraschall gelöst, mit Handinstrumenten nachgearbeitet oder mit beidem. Der Ultraschall überträgt feine Schwingungen auf die Spitze eines Instruments und sprengt die harte Schicht ab; gleichzeitig kühlt ein Wasserstrahl. Das Geräusch ist für viele unangenehmer als die Behandlung selbst.
3. Unter den Zahnfleischrand
Danach wird die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch gereinigt, meist mit feinen Handinstrumenten. Dieser Schritt ist der wichtigste und zugleich der, der am ehesten empfindlich sein kann — vor allem, wenn das Zahnfleisch bereits entzündet ist. Bei tieferen Taschen wird das nicht mehr im Rahmen einer Reinigung erledigt, sondern als eigene Parodontitisbehandlung geplant.
4. Zwischenräume und Weichbelag
Die Flächen zwischen den Zähnen machen rund ein Drittel der gesamten Zahnoberfläche aus. Gereinigt werden sie mit Zahnseide, Interdentalbürsten oder dem Pulver-Wasserstrahl. Verfärbungen an den Außenflächen kommen im selben Arbeitsgang weg.
5. Politur
Mit einem weichen Gummikelch und einer Polierpaste werden alle erreichbaren Flächen geglättet. Die Paste ist für diesen Zweck gemacht: grob genug, um Reste abzutragen, fein genug, um den Schmelz nicht anzugreifen. Ergebnis ist eine Oberfläche, an der neuer Belag schlechter haftet.
6. Fluorid und Beratung
Zum Abschluss kommt ein Fluoridlack oder ein Gel auf die Zähne. Der Schmelz ist nach der Reinigung kurzzeitig aufnahmefähiger; das Fluorid härtet ihn und lindert die Empfindlichkeit, die manche in den ersten Stunden spüren.
Dann folgt der Teil, der am längsten nachwirkt: die Besprechung. Welche Stellen bleiben liegen, welche Bürstengröße passt für Ihre Zwischenräume, welche Technik ändert wirklich etwas. Wer diesen Teil überspringt, bezahlt eine Reinigung und nimmt dieselben Lücken wieder mit nach Hause.
Tut das weh?
Bei gesundem Zahnfleisch in der Regel nicht. Unangenehm werden kann es an drei Stellen: an freiliegenden Zahnhälsen, an entzündetem Zahnfleisch und bei viel Zahnstein unterhalb des Randes. Eine örtliche Betäubung ist möglich und bei empfindlichen Patienten auch üblich — es lohnt sich, das vorher anzusprechen und nicht erst mitten in der Sitzung.
Wie lange dauert es?
Üblich sind 45 bis 60 Minuten. Weniger als eine halbe Stunde reicht selten für alle sechs Schritte. Wer viel Zahnstein, tiefe Taschen oder umfangreichen Zahnersatz hat, braucht länger; manche Praxen teilen die Sitzung dann auf zwei Termine auf.
Was danach gilt
- Etwa eine Stunde nichts essen und trinken, damit das Fluorid einwirken kann. Manche Lacke brauchen länger — die Praxis sagt, was für das verwendete Präparat gilt.
- Am ersten Tag auf stark färbende Lebensmittel verzichten: Kaffee, schwarzen Tee, Rotwein, Curry, Rote Bete. Die frisch polierte Oberfläche nimmt Farbe leichter an.
- Empfindliche Zähne sind normal und lassen meist nach ein bis zwei Tagen nach. Eine Zahnpasta für empfindliche Zähne hilft in dieser Zeit.
- Leichte Blutung am Zahnfleisch kann in den ersten Stunden auftreten, besonders wenn es vorher entzündet war. Weiterputzen — nicht aussetzen. Das Aussetzen verlängert die Entzündung.