Mundhygiene zu Hause
Zweimal Zähne, einmal Zwischenräume — der Rest ist Zubehör.
Mundhygiene ist ein überschaubares Handwerk. Drei Handgriffe entscheiden über fast alles, was später in der Praxis besprochen wird — und keiner davon ist neu oder aufwendig. Was den Unterschied macht, ist nicht die Ausstattung im Bad, sondern ob der zweite und dritte Handgriff auch stattfinden.
Der Kern
- Zweimal täglich die Zähne putzen, mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, etwa zwei Minuten, systematisch und ohne Druck.
- Einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen, mit Interdentalbürsten oder Zahnseide. Das ist der Schritt, der am häufigsten fehlt — und der Schritt, an dem sich entscheidet, ob das Zahnfleisch entzündet bleibt.
- Fluorid zuführen, vor allem über die Zahnpasta. Bei erhöhtem Risiko zusätzlich einmal wöchentlich ein Gel.
Wer das tut, hat den größten Teil dessen erreicht, was zu Hause möglich ist. Zungenreiniger, Mundduschen, Spüllösungen und Ölziehen sind Ergänzungen, die einzelnen Menschen in einzelnen Situationen nützen. Sie ersetzen keinen der drei Punkte.
Wann putzen — und wann nicht
Abends ist der wichtigere der beiden Termine. Nachts fließt weniger Speichel, seine schützende und spülende Wirkung lässt nach, und der Belag arbeitet ungestört. Was abends stehen bleibt, hat die längste Zeit.
Morgens ist die Frage, ob vor oder nach dem Frühstück, weniger wichtig als die Frage, was gefrühstückt wurde. Nach Saurem — Orangensaft, Obst, Joghurt, Limonade — ist der Schmelz kurzzeitig weicher, und die Bürste trägt dann mehr ab als sonst. Etwa eine halbe Stunde warten, in der Zwischenzeit Wasser trinken oder den Mund ausspülen.
Die Reihenfolge
Erst die Zwischenräume, dann putzen — das hat einen praktischen Grund: Wer zuerst die Zwischenräume öffnet, verteilt die fluoridhaltige Zahnpasta anschließend auch dorthin. Umgekehrt funktioniert es ebenfalls; wichtiger ist, dass beides stattfindet.
Nach dem Putzen nicht kräftig ausspülen. Ein Rest Zahnpasta im Mund lässt das Fluorid länger wirken. Wer spülen möchte, nimmt wenig Wasser.
Was der häufigste Fehler ist
Nicht zu kurz putzen, nicht die falsche Bürste — sondern zu fest. Druck verbessert die Reinigung nicht; er verbiegt die Borsten, sodass sie flach über den Zahn rutschen statt in die Nischen zu greifen. Gleichzeitig schiebt er das Zahnfleisch zurück und trägt am Zahnhals Substanz ab. Freiliegende, empfindliche Zahnhälse sind in den meisten Fällen kein Zeichen von zu wenig, sondern von zu viel Putzen.
Der zweithäufigste Fehler ist, alles auf die Bürste zu setzen. Eine Zahnbürste erreicht die Außen-, Innen- und Kauflächen. Die Berührungsflächen zwischen zwei Zähnen erreicht sie nicht, und genau dort beginnen die meisten Zahnfleischentzündungen und ein großer Teil der Karies bei Erwachsenen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zweimal täglich putzen, einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen — das ist der Kern. Alles andere ist Ergänzung.
- Die Zahnzwischenräume machen etwa ein Drittel der Zahnoberfläche aus. Dorthin kommt keine Zahnbürste.
- Entscheidend an der Zahnpasta ist das Fluorid. Ohne Fluorid fehlt der wirksamste Teil.
- Eine Mundspülung ersetzt weder Bürste noch Zahnseide. Sie erreicht Belag nicht, sie umspült ihn.
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