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Zähne bei Jugendlichen

Das Alter, in dem die meiste vermeidbare Karies entsteht.

Zwischen zwölf und achtzehn ändert sich mehrerlei gleichzeitig: Die Eltern putzen nicht mehr nach, das Essen findet unterwegs statt, viele tragen eine feste Zahnspange, und die hormonelle Umstellung macht das Zahnfleisch empfindlicher. In diesen Jahren entsteht deshalb ein großer Teil der Karies, die ein Mensch in seinem Leben bekommt — und fast alles davon wäre vermeidbar.

Die feste Zahnspange

Sie ist die anspruchsvollste Situation, die die häusliche Mundhygiene kennt. Um jedes Bracket bleibt ein Rand, und die Drähte behindern die Bürste. Die typische Folge sind weiße Entkalkungsflecken, die nach dem Abnehmen sichtbar bleiben — sichtbar auf genau den Zähnen, die gerade gerichtet wurden.

  • Nach jeder Mahlzeit putzen, nicht nur morgens und abends.
  • Eine Spezialbürste mit ausgedünnter Mitte für Bracket und Zahn in einem Zug.
  • Einbüschelbürsten für die Bracketränder, Interdentalbürsten unter dem Draht.
  • Täglich eine Fluoridlösung spülen, wöchentlich ein Fluoridgel. Bei fester Spange ist das Pflicht, nicht Kür.
  • Harte und klebrige Speisen meiden — sie lösen Brackets.
  • Die professionelle Zahnreinigung in kürzeren Abständen, etwa alle drei Monate.

Bei Alignern gilt etwas anderes, aber nicht weniger: Solange die Schiene im Mund ist, nur Wasser trinken. Alles Zuckerhaltige und alles Saure wird unter dem Kunststoff gehalten und wirkt viel länger als sonst.

Energydrinks und Getränke unterwegs

Energydrinks sind für die Zähne eine ungünstige Kombination: viel Zucker und ausgeprägt sauer. Der Säuregehalt allein greift den Schmelz an, auch bei zuckerfreien Varianten. Über den Tag in kleinen Schlucken getrunken, wirkt das mehrere Stunden.

Sportgetränke und Eistee stehen dem wenig nach. Was hilft: zur Mahlzeit trinken statt über den Tag verteilt, danach mit Wasser nachspülen und nicht direkt danach putzen. Wasser bleibt das Getränk, gegen das in dieser Hinsicht nichts spricht.

Rauchen, E-Zigaretten, Nikotinbeutel

Nikotinbeutel sind unter Jugendlichen verbreitet, und ihre Wirkung ist an einer Stelle gut sichtbar: Dort, wo der Beutel liegt, geht das Zahnfleisch zurück und die Schleimhaut verändert sich weißlich. Dieser Rückgang kommt nicht zurück. E-Zigaretten trocknen die Schleimhaut aus und erhöhen die Belagbildung; Tabakrauch ist der stärkste bekannte Risikofaktor für den Zahnhalteapparat.

Die Veränderungen sind bei der zahnärztlichen Kontrolle erkennbar — was bedeutet, dass ein Gespräch darüber ohnehin stattfinden wird und ehrlich geführt werden kann.

Piercings

Zungen- und Lippenpiercings liegen dauerhaft an Zähnen und Zahnfleisch an. Die zwei häufigsten Folgen sind mechanisch und gut dokumentiert: abgesplitterte Schmelzkanten und Kronenränder durch das Anschlagen des Schmuckstücks, und ein örtlicher Rückgang des Zahnfleischs an der Kontaktstelle — beim Lippenpiercing meist an den unteren Schneidezähnen.

Wer sich dafür entscheidet, sollte auf ein kleines Schmuckstück achten, die Länge des Stabs anpassen lassen, wenn die Schwellung abgeklungen ist, und die Kontaktstelle regelmäßig ansehen lassen. Zurückgegangenes Zahnfleisch wächst nicht nach.

Was in diesen Jahren wichtig bleibt

Die Individualprophylaxe ist bis zum achtzehnten Geburtstag zweimal jährlich Kassenleistung. Sie ist nach dem Ende der Kindheit der einzige Termin, bei dem Putztechnik überhaupt noch einmal geübt wird — und er wird in diesem Alter besonders häufig ausgelassen.

Für das Bonusheft gilt zwischen dem zwölften und achtzehnten Geburtstag: zwei Einträge pro Jahr. Diese Jahre entscheiden mit darüber, wie hoch der Kassenzuschuss bei einem Zahnersatz Jahrzehnte später ausfällt.