Richtig Zähne putzen
Systematisch statt kräftig — und immer in derselben Reihenfolge.
Beim Zähneputzen wird weniger gerieben als geordnet. Die Reinigungsleistung hängt kaum am Kraftaufwand und fast vollständig daran, ob jede Fläche überhaupt berührt wurde. Wer ohne System putzt, lässt zuverlässig dieselben Stellen aus — meistens die Innenflächen der unteren Backenzähne und die Rückseite der hintersten Zähne.
Die Systematik
Ein Gebiss hat drei Flächenarten, die geputzt werden müssen: außen, innen und die Kaufläche. Wer sie in einer festen Reihenfolge abarbeitet, vergisst nichts. Bewährt hat sich, den Mund in Abschnitte zu teilen — oben rechts, oben Mitte, oben links, dann unten ebenso — und jeden Abschnitt auf allen drei Flächen zu putzen, bevor der nächste kommt.
Beginnen Sie regelmäßig an derselben Stelle, aber nicht immer an derselben: Die zuletzt geputzten Abschnitte bekommen erfahrungsgemäß weniger Aufmerksamkeit. Wer jede Woche die Startstelle wechselt, verteilt die Nachlässigkeit.
Die Bewegung
Für Handzahnbürsten gilt: Die Borsten werden im Winkel von etwa 45 Grad an den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch angesetzt, leicht angedrückt und dann mit kleinen rüttelnden Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn ausgewischt — vom Roten zum Weißen. Große waagerechte Schrubbbewegungen sind das, was Zahnhälse freilegt.
Der Druck sollte so bemessen sein, dass sich die Borsten nur leicht biegen. Eine Faustregel: Die Bürste mit drei Fingern halten wie einen Stift, nicht mit der Faust wie einen Griff.
Bei Kindern: KAI
Kinder lernen die Reihenfolge am besten über eine Merkregel: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Erst die Kauflächen schrubben, dann außen in Kreisen, dann innen auswischen. Das ist gröber als die Erwachsenentechnik und genau deshalb geeignet — es ist eine Anweisung, die ein Sechsjähriger behalten kann.
Zwei Minuten sind eine Mindestangabe
Zwei Minuten sind der etablierte Richtwert, und die meisten Menschen unterschätzen, wie lang zwei Minuten sind: Ohne Uhr putzen viele etwa 45 Sekunden. Eine Sanduhr, ein Timer oder die Zeitmessung einer elektrischen Bürste ändert daran mehr als jeder Vorsatz.
Wer viele Zähne, engstehende Zähne, Zahnersatz oder eine Zahnspange hat, braucht länger. Drei Minuten sind dann kein Übereifer.
Elektrische Bürsten anders führen
Eine elektrische Bürste macht die Bewegung selbst. Sie wird deshalb nicht geführt, sondern gehalten: Zahn für Zahn ansetzen, wenige Sekunden verweilen, weitergehen. Wer sie wie eine Handbürste hin und her bewegt, hebt ihren Vorteil auf.
Die meisten Modelle haben eine Andruckkontrolle. Sie ist keine Spielerei, sondern der nützlichste Teil des Geräts — sie zeigt, was man selbst nicht spürt.
Die Zunge nicht vergessen
Auf dem Zungenrücken sitzt ein erheblicher Teil der Bakterien im Mund, besonders im hinteren Drittel. Er ist die häufigste Quelle von Mundgeruch. Gereinigt wird mit einem Zungenschaber oder der Rückseite einer Zahnbürste, einmal täglich, mit sanftem Zug von hinten nach vorn — nicht schrubbend, das reizt die Schleimhaut.
Die häufigsten Fehler
- Zu viel Druck. Der Hauptgrund für zurückgehendes Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse.
- Waagerechtes Schrubben statt auswischender Bewegungen.
- Direkt nach Saurem putzen. Eine halbe Stunde abwarten.
- Kein System. Ohne feste Reihenfolge bleiben immer dieselben Flächen unberührt.
- Die Bürste zu lange benutzen. Nach acht bis zwölf Wochen sind die Borsten verbogen; verbogene Borsten reinigen schlechter und verletzen leichter. Nach einer Erkältung früher wechseln.
- Kräftig ausspülen. Spült das Fluorid gleich wieder weg.
- Nur putzen. Ohne Zwischenraumpflege bleibt ein Drittel der Fläche unberührt.