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Zahnersatz und Schienen reinigen

Anderes Material, andere Regeln — Zahnpasta ist hier oft falsch.

Kunststoff ist weicher als Zahnschmelz. Was den Zahn poliert, zerkratzt eine Prothese oder eine Schiene — und eine zerkratzte Oberfläche nimmt mehr Belag und mehr Farbe an als eine glatte. Deshalb gilt für alles Herausnehmbare eine einfache Grundregel: mechanisch reinigen, aber nicht mit Zahnpasta.

Herausnehmbare Prothesen

  • Täglich mit einer Prothesenbürste und Flüssigseife oder Spülmittel reinigen. Zahnpasta hat einen zu hohen Abrieb.
  • Über dem Waschbecken mit Wasser darin oder über einem Handtuch arbeiten — Prothesen brechen beim Fallen.
  • Reinigungstabletten lösen Verfärbungen und Beläge an, sie bürsten nicht. Sie sind Ergänzung, nicht Ersatz.
  • Kein kochendes Wasser, keine Mikrowelle, keine Chlorreiniger und kein Essig. Hitze verformt den Kunststoff, Chlor greift Metallteile an.
  • Nachts in der Regel heraus, damit die Schleimhaut sich erholt. Trocken in einer belüfteten Dose aufbewahren oder nach Anweisung der Praxis in Wasser.
  • Die verbliebenen eigenen Zähne und die Klammerzähne besonders gründlich putzen. Sie tragen die Last und gehen am häufigsten als Nächste verloren.

Mundschleimhaut, Kieferkämme und Zunge werden mit einer weichen Bürste oder einem feuchten Tuch gereinigt — auch dort, wo keine Zähne mehr stehen. Und eine Prothese, die drückt oder wackelt, gehört nicht in Haftcreme, sondern in die Praxis: Der Kieferknochen bildet sich unter einer Prothese über Jahre zurück, der Sitz muss nachgestellt werden.

Durchsichtige Schienen und Aligner

Aligner werden 20 bis 22 Stunden am Tag getragen. Was darunter liegt, bleibt dort — und das gilt für Zucker und Säure genauso wie für Belag.

  • Nur Wasser trinken, solange die Schiene im Mund ist. Zuckerhaltige und säurehaltige Getränke werden unter dem Kunststoff gehalten und wirken viel länger als sonst.
  • Vor dem Wiedereinsetzen Zähne putzen, mindestens den Mund kräftig ausspülen.
  • Die Schiene kalt oder lauwarm mit einer weichen Bürste reinigen, ohne Zahnpasta. Heißes Wasser verformt sie.
  • Keine Reinigungstabletten für Prothesen verwenden, wenn der Hersteller sie nicht ausdrücklich freigibt — sie können den Kunststoff eintrüben.
  • Fluorid nicht vergessen: Wer viele Stunden am Tag eine Schiene trägt, hat weniger Speichelumspülung an den Zähnen. Eine fluoridhaltige Zahnpasta ist hier besonders wichtig, bei erhöhtem Risiko zusätzlich ein Gel.

Für Knirscherschienen gilt dasselbe, mit einem Zusatz: Sie werden nachts getragen und morgens gereinigt — und zwar direkt, nicht abends vor dem nächsten Einsetzen.

Feste Zahnspangen

Eine feste Zahnspange ist die anspruchsvollste Situation, die die häusliche Mundhygiene kennt. Um jedes Bracket bleibt ein Rand, und die Drähte machen den Zugang mit der Bürste schwierig. Die typische Folge sind weiße Entkalkungsflecken, die nach dem Abnehmen der Spange sichtbar bleiben — die häufigste vermeidbare Schädigung einer kieferorthopädischen Behandlung.

  • Nach jeder Mahlzeit putzen, nicht nur morgens und abends.
  • Eine Spezialbürste mit ausgedünnter Mitte reinigt Bracket und Zahn in einem Zug.
  • Einbüschelbürsten kommen an die Ränder der Brackets, an die keine normale Bürste reicht.
  • Interdentalbürsten unter dem Draht durchführen.
  • Täglich eine Fluoridlösung spülen, einmal wöchentlich ein Fluoridgel. Bei fester Spange ist das keine Kür.
  • Harte, klebrige und faserige Speisen meiden — sie lösen Brackets und bleiben hängen.

Retainer

Der dünne Draht, der nach einer Zahnkorrektur hinter den Frontzähnen klebt, bleibt oft Jahre oder dauerhaft. Er ist eine Stelle, an der sich Zahnstein sammelt, und er lässt sich mit einer normalen Bürste nur unvollständig umgehen. Zahnseide mit versteiftem Ende oder eine sehr feine Interdentalbürste gehören hier zur täglichen Routine, und die Stelle sollte bei jeder Reinigung in der Praxis ausdrücklich angesehen werden.