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Zahnpasta und Mundspülung

Fluoridgehalt und Abrieb — die beiden Zahlen, die zählen.

Eine Zahnpasta ist im Wesentlichen ein Träger für Fluorid und ein mildes Poliermittel. Alles andere — Geschmack, Schaum, Farbe, Werbeversprechen — ändert am Ergebnis wenig. Zwei Angaben auf der Tube sind aussagekräftig, und beide stehen klein.

Der Fluoridgehalt

Er steht in ppm, Teilen pro Million. Die Werte, auf die es ankommt:

  • Erwachsene und Jugendliche: 1.000 bis 1.500 ppm. Das ist der Bereich, für den die Wirkung gegen Karies belegt ist.
  • Kinder bis zum zweiten Geburtstag: eine reiskorngroße Menge einer Zahnpasta mit 1.000 ppm.
  • Kinder von zwei bis sechs Jahren: eine erbsengroße Menge mit 1.000 ppm.
  • Ab sechs Jahren: die Erwachsenenkonzentration.

Eine Zahnpasta ohne Fluorid lässt den wirksamsten Bestandteil weg. Wer sie aus Überzeugung wählt, sollte wissen, dass er damit auf den am besten belegten Schutz gegen Karies verzichtet. Hydroxylapatit wird als Alternative beworben; erste Untersuchungen sind nicht abwegig, aber die Datenlage reicht an die von Fluorid nicht heran.

Der Abrieb: RDA

Der RDA-Wert gibt an, wie stark eine Paste Zahnsubstanz abträgt. Er steht selten auf der Tube, ist aber beim Hersteller oder in Vergleichen zu finden. Grobe Orientierung:

  • unter 50 — niedrig, für freiliegende Zahnhälse und empfindliche Zähne
  • 50 bis 80 — mittel, für den normalen täglichen Gebrauch
  • über 100 — hoch, wirksam gegen Verfärbungen, nicht für den Dauergebrauch

Viele aufhellende Pasten liegen im oberen Bereich. Auf Schmelz ist das gelegentlich vertretbar; auf freiliegendem Dentin am Zahnhals ist es das nicht — Dentin ist deutlich weicher und wächst nicht nach.

Spezialpasten

  • Sensitiv: enthalten Kaliumnitrat, Zinnfluorid oder Arginin, die die Weiterleitung von Reizen im Zahn dämpfen. Sie wirken, brauchen aber Zeit — zwei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung.
  • Aufhellend: entfernen Aufgelagertes über den Abrieb. Sie bleichen nicht. Der Zahn wird nicht heller als seine eigene Farbe.
  • Für Zahnfleisch: enthalten oft Zinnfluorid oder Zinkverbindungen und können die Blutungsneigung senken. Eine Interdentalbürste bewirkt mehr.
  • Naturkosmetik: häufig ohne Fluorid. Wer sie benutzt, sollte Fluorid anders zuführen, etwa über ein Gel.

Mundspülungen: was sie können

Eine Spülung erreicht Belag nicht — sie umspült ihn. Der Biofilm ist eine haftende Schicht mit eigener Schutzhülle; er wird mechanisch entfernt oder gar nicht. Deshalb der wichtigste Satz zu diesem Thema: Eine Mundspülung ersetzt weder Bürste noch Zahnseide.

Als Ergänzung kann sie nützen. Drei Gruppen sind zu unterscheiden:

  • Fluoridlösungen zum täglichen Spülen. Sinnvoll bei erhöhtem Kariesrisiko, bei Zahnspangen und bei freiliegenden Zahnhälsen.
  • Kosmetische Spülungen mit ätherischen Ölen oder Zinkverbindungen. Können die Belagbildung leicht bremsen und den Atem frischer machen. Für den Dauergebrauch geeignet.
  • Chlorhexidin — ein medizinisches Antiseptikum, kein Alltagsprodukt. Es wirkt stark gegen Bakterien und wird nach Operationen, bei akuten Entzündungen und vorübergehend nach Zahnfleischbehandlungen eingesetzt. Bei längerer Anwendung verfärbt es Zähne und Zunge braun und verändert den Geschmackssinn. Üblich sind zwei bis vier Wochen, nicht länger — und nicht ohne Anlass.

Alkohol in Spülungen hat keinen therapeutischen Zweck; er ist Lösungsmittel. Bei trockenem Mund, bei Kindern und bei alkoholkranken Menschen sind alkoholfreie Präparate die richtige Wahl.

Ölziehen, Hausmittel, Backpulver

Ölziehen ist unschädlich, wenn es zusätzlich geschieht. Ein Nachweis, dass es Karies oder Zahnfleischentzündung verhindert, existiert nicht. Wer es statt der Zahnseide macht, tauscht eine wirksame Maßnahme gegen eine unbelegte.

Backpulver, Natron und Salz sind zum Zähneputzen ungeeignet: zu grob, kein Fluorid. Auch der Ratschlag, mit Zitronensaft oder Apfelessig aufzuhellen, ist schädlich — Säure löst Schmelz, und der Effekt ist dauerhaft.